In Kurzform: Eine Zusatzalarmierung per App schickt den Feuerwehralarm zusätzlich zum offiziellen Alarmweg auf die Smartphones der Mannschaft und sammelt die Rückmeldung ein, wer kommt. Sie ergänzt Meldeempfänger und Sirene, ersetzt sie aber nicht, weil Smartphones Benachrichtigungen verzögern oder unterdrücken können.
Viele Wehren alarmieren inzwischen zusätzlich über das Smartphone. Der Grund ist schlicht: Nicht jeder trägt den Meldeempfänger immer bei sich, und die Wehrführung will wissen, wer tatsächlich kommt. Eine App löst beides. Sie schickt den Alarm aufs Handy und holt die Rückmeldung gleich mit ab.
Vor dem Start lohnen sich ein paar Klärungen, damit die App später nicht falsch verstanden wird.
Zusatz, nicht Ersatz
Der wichtigste Satz für die Mannschaft: Die App ergänzt den offiziellen Alarmweg. Leitstelle, Meldeempfänger und Sirene bleiben maßgeblich. Smartphones können Benachrichtigungen verzögern, etwa im Energiesparmodus, bei aktiviertem Nicht-stören oder im Funkloch. Wer sich allein auf das Handy verlässt, verpasst im ungünstigen Fall einen Einsatz.
Das gehört schriftlich in die Info an die Mannschaft, am besten auch in die Dienstanweisung.
Woher kommt der Alarm?
Eine App ist nur so gut wie ihre Alarmquelle. Üblich sind drei Wege:
- eine Anbindung an ein Alarmierungssystem, das die Wehr bereits nutzt, etwa DIVERA 24/7 oder ALAMOS FE2
- eine Übergabe durch die Leitstelle über eine Schnittstelle
- die Weiterleitung einer Alarm-Mail oder eines Webhooks
Welcher Weg in Frage kommt, hängt von eurer Leitstelle und eurem Träger ab. Die Leitstelle entscheidet, was sie herausgibt, und die Gemeinde zahlt in der Regel für die Anbindung.
Rückmeldung: wer kommt, und wann
Der eigentliche Gewinn im Einsatz ist die Rückmeldung. Wer „Komme“ mit Ankunftszeit drückt, erspart der Führung das Durchzählen am Gerätehaus. Gruppen- und Zugführer sehen auf der Anfahrt, ob die Stärke reicht, und können früher nachalarmieren lassen.
Damit die Zahl etwas taugt, sollte die Mannschaft wissen, dass sie zurückmelden soll, auch mit „Komme nicht“. Eine fehlende Rückmeldung ist sonst nicht von einem verpassten Alarm zu unterscheiden.
Datenschutz
Rückmeldungen, Ankunftszeiten und Verfügbarkeiten sind personenbezogene Daten. Klärt vorab:
- wer die Namen in der Einsatzlage sieht (in der Regel nur Führungskräfte)
- wie lange Rückmeldungen gespeichert bleiben
- ob Standortfunktionen freiwillig sind und was genau übertragen wird
In Florivio sehen nur Personen mit der passenden Berechtigung die Namen hinter den Rückmeldungen. Die freiwillige Verfügbarkeit über hinterlegte Orte meldet nur den Status „verfügbar“, der Standort selbst verlässt das Handy nicht.
Einführung an einem Übungsabend
Am besten richtet ihr die App gemeinsam ein. Alle laden sie, melden sich an, erlauben Benachrichtigungen und lösen einen Probealarm aus. Wer keinen Ton hört, prüft an Ort und Stelle Energiesparmodus und Benachrichtigungseinstellungen. Das erspart viele Rückfragen in den Wochen danach.
Nach etwa vier Wochen lohnt ein kurzer Blick zurück: Kommen die Alarme auf allen Geräten an? Gibt es Modelle, bei denen es hakt? Solche Rückmeldungen gehören an den Anbieter, mit Gerätemodell und Systemversion.
Florivio als Zusatzalarmierung
Die Florivio-App bringt die Zusatzalarmierung mit eigenem Alarmton, Rückmeldung mit Ankunftszeit und Probealarm. Führungskräfte sehen die Einsatzlage und starten die Navigation zur Einsatzstelle mit einem Tipp. Für die ganze Mannschaft sind dazu Dienstausweis, Termine, Check-in bei Übungen und Verfügbarkeit in derselben App.