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Kleiderkammer Feuerwehr: Von der Zettelwirtschaft zur digitalen Lösung

von Florivio Team
Kleiderkammer PSA Digitalisierung

Die Kleiderkammer: Unterschätztes Sorgenkind

In vielen Freiwilligen Feuerwehren ist die Kleiderkammer ein Raum voller Regale, Jacken und Hosen — und ein Zettel an der Wand, der dokumentiert, wer was hat. Oder auch nicht.

Die Verwaltung von persönlicher Schutzausrüstung (PSA) und Dienstkleidung ist eine der Aufgaben, die gerne “nebenbei” erledigt werden. Aber sie ist wichtiger, als viele denken: PSA schützt Leben. Und wer nicht weiß, wer welche Ausrüstung hat und in welchem Zustand sie ist, hat im Ernstfall ein Problem.

Die typischen Herausforderungen

Wer hat was?

Ein neues Mitglied bekommt Einsatzhose, Jacke, Helm, Handschuhe und Stiefel ausgegeben. Das wird auf einem Zettel notiert — oder auch nicht. Drei Jahre später wechselt der Kleiderwart, und niemand weiß mehr, ob die Jacke Größe 52 oder 54 war.

Welche Größen fehlen?

Zum Jahreswechsel kommen zwei neue Mitglieder. Aber welche Größen sind noch im Bestand? Ohne Übersicht bestellt ihr auf Verdacht — und habt hinterher drei Jacken in Größe M, aber keine in XL.

Rückgabe bei Austritt

Ein Mitglied tritt aus. Hat es alle PSA-Teile zurückgegeben? Ohne Dokumentation ist das schwer nachzuvollziehen. Und PSA ist teuer — eine komplette Einsatzausrüstung kostet schnell über 1.000 EUR.

Zustandsbewertung

PSA hat eine begrenzte Lebensdauer. Einsatzhosen mit Brandlöchern, Helme nach starker Beanspruchung, Handschuhe mit Rissen — all das muss dokumentiert und bewertet werden. Defekte PSA gehört aussortiert, nicht zurück ins Regal.

Was gehört zur Kleiderkammer?

In einer typischen bayerischen Feuerwehr umfasst die Kleiderkammer:

PSA (Persönliche Schutzausrüstung):

  • Einsatzjacke und -hose (nach HuPF)
  • Feuerwehrhelm
  • Feuerwehrhandschuhe
  • Feuerwehrstiefel
  • Flammschutzhaube
  • Sicherheitsgurt
  • Atemschutzmaske (persönlich zugeordnet)

Dienstkleidung:

  • Dienstanzug
  • Polo-/T-Shirts
  • Softshell-Jacke
  • Regenjacke
  • Kopfbedeckung (Schirmmütze, Barett)

Digitale Kleiderkammer: Was bringt das?

Eine digitale Verwaltung löst die beschriebenen Probleme:

  • Einzelstück-Verwaltung: Jedes Teil mit Code, Größe und Zustand erfasst
  • Personen-Zuordnung: Wer hat welche Teile? Auf einen Blick sichtbar
  • Ausgabe/Rückgabe-Workflow: Dokumentiert, wer wann was bekommen und zurückgegeben hat
  • Bestandsmatrix: Welche Größen sind vorrätig, welche müssen nachbestellt werden?
  • Größenprofile: Welche Größe trägt jedes Mitglied? Relevant für Nachbestellungen

Best Practices für die Kleiderkammer

Unabhängig von der gewählten Lösung — ein paar Grundregeln:

  1. Jedes Teil erfassen — auch das T-Shirt. Nur vollständige Daten helfen
  2. Bei Ausgabe dokumentieren — Name, Datum, Teil, Zustand
  3. Bei Rückgabe prüfen — Zustand bewerten, defekte Teile aussortieren
  4. Bestand regelmäßig inventarisieren — mindestens jährlich
  5. Austritt = Rückgabe — Checkliste bei jedem Austritt abarbeiten

Kosten im Blick

PSA ist ein erheblicher Posten im Haushalt einer Freiwilligen Feuerwehr. Eine Übersicht:

PSA-TeilUngefähre Kosten
Einsatzjacke (HuPF)300–500 EUR
Einsatzhose (HuPF)200–400 EUR
Feuerwehrhelm150–300 EUR
Feuerwehrstiefel150–250 EUR
Handschuhe30–80 EUR
Flammschutzhaube20–40 EUR
Gesamt pro Person850–1.570 EUR

Bei 40 aktiven Mitgliedern sind das 34.000 bis 63.000 EUR an PSA-Wert, der verwaltet werden will.

Fazit

Die Kleiderkammer ist mehr als ein Regal mit Jacken. Sie verwaltet Ausrüstung im Wert von zehntausenden Euro und ist direkt relevant für die Sicherheit eurer Kameraden. Wer den Überblick behalten will, braucht ein System — ob Tabelle oder Software. Hauptsache, es funktioniert auch dann noch, wenn der Kleiderwart wechselt.