Förderung für Feuerwehr-Software: DSEE, Bayern und mehr
Digitalisierung fördern lassen: Diese Programme gibt es
Die Digitalisierung von Freiwilligen Feuerwehren und Vereinen muss nicht am Budget scheitern. Es gibt mehrere Förderprogramme auf Bundes- und Landesebene, die genau dafür konzipiert sind. Der Haken: Viele Feuerwehren wissen nicht, dass sie anspruchsberechtigt sind.
DSEE — 100xDigital
Die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) führt das Programm 100xDigital seit 2021 durch. 2026 geht das Programm in die sechste Runde.
Was wird gefördert?
- Digitale Werkzeuge und Software (auch SaaS-Abonnements)
- Hardware (Tablets, Laptops für Vereinsarbeit)
- Beratung und Schulung zur Digitalisierung
- Konzeptentwicklung für digitale Prozesse
Wer kann sich bewerben?
- Gemeinnützige Organisationen, eingetragene Vereine, Stiftungen
- Rein ehrenamtlich geführte Organisationen oder Organisationen mit bis zu 20 hauptamtlichen Mitarbeitenden (VZÄ)
- Die Organisation muss in Deutschland ansässig sein
Freiwillige Feuerwehren und ihre Fördervereine fallen in der Regel in diese Kategorie — vorausgesetzt, sie sind als gemeinnützig anerkannt.
Wie hoch ist die Förderung?
Im Programm 100xDigital werden 100 Organisationen ausgewählt und individuell begleitet. Die Förderung umfasst:
- Finanzielle Unterstützung für Digitalisierungsmaßnahmen
- Beratung durch Digitalisierungsexpert:innen
- Vernetzung mit anderen Organisationen
Details zu Förderhöhen und aktuellen Fristen findet ihr auf der DSEE-Website.
Wie bewerbe ich mich?
Das Bewerbungsverfahren besteht aus zwei Teilen:
- Online-Bewerbung über das DSEE-Portal
- Konzeptbeschreibung: Was wollt ihr digitalisieren? Warum? Was ist der Mehrwert?
Tipp: In der Konzeptbeschreibung solltet ihr konkret werden. “Wir wollen unsere Verwaltung digitalisieren” ist zu vage. Besser: “Wir verwalten 87 Mitglieder, 120 Geräte und 4 Fahrzeuge aktuell in Excel. Wir möchten auf eine cloudbasierte Verwaltungssoftware umsteigen, um Prüffristen automatisch zu überwachen und den jährlichen Beitragseinzug per SEPA zu automatisieren.”
Bayern: Förderung der Digitalisierung
In Bayern gibt es mehrere Fördermöglichkeiten:
digital vereint
Das Programm digital vereint des Bayerischen Staatsministeriums fördert die Digitalisierung von Vereinen und ehrenamtlichen Organisationen. Details variieren je nach Förderrunde.
Feuerwehr-spezifische Förderung
Das Bayerische Feuerwehrgesetz (BayFwG) sieht vor, dass die Gemeinden für die Ausstattung ihrer Feuerwehren verantwortlich sind. Das bedeutet: Wenn eure Feuerwehr eine Verwaltungssoftware benötigt, kann die Gemeinde die Kosten übernehmen — auch ohne Förderprogramm. Sprecht mit eurer Gemeindeverwaltung.
Weitere Bundesländer
Auch andere Bundesländer bieten Förderprogramme:
- Hessen: “Ehrenamt digitalisiert!” — speziell für ehrenamtliche Organisationen
- Nordrhein-Westfalen: Förderprogramme für Vereine mit bis zu 1.000 EUR pro Projekt
- Sachsen, Thüringen, Brandenburg: Verschiedene Landesprogramme für ländliche Räume
Die Förderlandschaft ändert sich laufend. Prüft die aktuellen Programme auf den Websites der jeweiligen Landesministerien.
Was kostet Digitalisierung überhaupt?
Eine kurze Rechnung für eine typische Freiwillige Feuerwehr:
| Posten | Kosten |
|---|---|
| Verwaltungssoftware (SaaS) | 120–240 EUR/Jahr |
| Tablet für Kiosk-Modus | 230–350 EUR (einmalig) |
| Datenmigration (eigener Aufwand) | 2–4 Stunden |
| Gesamtkosten im ersten Jahr | 270–540 EUR |
Verglichen mit einem Vereinsausflug, einem Kameradschaftsabend oder einem Satz neuer Schläuche ist das überschaubar — und durch Förderung potenziell sogar kostenlos.
Fazit
Digitalisierung muss nicht teuer sein — und sie muss nicht am Budget scheitern. Programme wie DSEE 100xDigital oder Bayern digital vereint bieten echte Unterstützung. Und selbst ohne Förderung: Die Kosten für moderne Verwaltungssoftware liegen oft unter 20 EUR pro Monat. Das ist weniger als ein Kasten Bier — und spart dem Vorstand dutzende Stunden im Jahr.
Quellen: